High-Tech, und doch schon für´s Museum

               Die Laser Disk

Zurückgehend auf das Jahr 1972 basiert eine Entwicklung der Firma Philips für die berührungslose Signalabtastung mittels Laser. Die Aufzeichnung und Wiedergabe erfolgte noch vollkommen analog auf einem reflektierenden Medium. Erst 1978 brachte Philips dann diese Entwicklung unter dem Namen „LaserVision" auf den Markt. Abspielgeräte und Medien waren sündhaft teuer und das Produkt „floppte" Nach einem Absatz von nur etwa 50.000 Geräten verkaufte Philips die Rechte an den japanischen Pioneer-Konzern und .konzentrierte sich von da ab auf die Entwicklung der Compact Disk. Dabei konnte man natürlich auf die Erfahrungen mit „LaserVision" zurückgreifen. 1983 erfolgte die Markteinführung der CD.

Nahezu zeitgleich lancierte Pionieer seine Weiterentwicklung der „Laser Vision" als „Laser Disk" im Markt. Der große Unterschied des neuen Systems lag in der Aufzeichnung. Das einstige Analogsignal wurde jetzt „quasi"-digital. Digital gespeichert wurden jeweils die Nulldurchgänge des Analogsignals, sowie die Maximalwerte der Amplituden. Daraus berechnete und rekonstruierte ein PLL-Synthesiser dann das entsprechende Analogsignal zurück. Zusätzlich konnte aber auch rein analoge Information auf dem Medien gespeichert werden. Diese Technologie war nicht kompatibel zur CD, auf der bekanntlich alle Informationen nur digital abgelegt werden.
Die „Laser Disk"-Medien waren nur werkseitig bespielt. Eigene Aufnahmen waren nicht möglich. Es gab sie in den Durchmessergrößen von 30, 20 und 12 cm. Das Kleinste entsprach mit den Abmessungen der CD und konnte, im Gegensatz zu den großen Platten, nur einseitig bespielt werden. Die 30 cm Bildplatte ermöglichte eine Aufzeichnungsdauer von 2 x 45 Minuten.
Pioneer vergab seine Lizenzen großzügig und darum hatten nahezu alle großen Unterhaltungs- elektronikhersteller mindestens einen LD-Player im Programm. Allen gemeinsam war jedoch das hohe Preisniveau. So musste der Kunde für Spitzengeräte jenseits der 2000,- DM einplanen und auch die einfacheren Ausführungen waren kaum unter 1500,- DM zu bekommen. Auch nachdem sich ein Auslaufen der Technologie abzeichnete kam es zu keinem wesentlichen Preisverfall. Der Preis mag mit ein Umstand gewesen sein, dem es zuzuschreiben ist, dass das System beim privaten Endverbraucher nur geringen Zuspruch gefunden hat. Pioneer konnte aber auch über die Inhalte auf den Medien mitbestimmen und wollte mit der Laser Disk ein sogenanntes „sauberes" Medium schaffen. So verweigerte Pioneer die Lizenzen für Filme mit pornografischen Inhalten. Vielleicht war das ja ein weiterer Grund.

1983 war die Technik der Laser Disk vielleicht nicht unbedingt revolutionär, aber doch durchaus angemessen und berechtigt. Die CD konnte die hohen Datenmengen, die zur Bildaufzeichnung notwendig sind, nicht fassen und die DVD schlummerte noch ihrer Auferstehung entgegen. Qualitativ waren Bild und Ton, dem weitverbreiteten VHS (Video Home System) weit überlegen und LDs enthielten, gegenüber der Video-Kassette, erstmalig sogenanntes Bonusmaterial.
Die Vorzüge wogen die Nachteile nicht auf und das Tempo der Entwicklung lies der Laser Disk keine Chance. Mit Einführung der DVD und den billigen Abspielgeräten kam das unvermeidbare Aus für eine Übergangstechnologie, von der viele Menschen Heute gar nicht einmal wissen, dass es sie gab. 1999 wurde die letzte Laser Disk in Deutschland hergestellt. Weltweit die Letzte verließ ein Presswerk im Jahr 2001 in Japan. Die Gerätehersteller hatten die Produktionen schon vor diesen Zeitpunkten ein-, bzw. umgestellt.

Laser Disks und Abspielgeräte sind Heute bereits begehrte Sammlerstücke


Laser Disk und Langspielplatte

 

 

 

 

Sony
Multiple Disk Player Typ MDP-315

Liest folgende Formate und Medien: LD, VCI, CD

Herstellungsjahr: 1989
Ehem. Verkaufspreis: unbekannt