Historie meiner Digitalkameras

 

FujiFilm DX-10 (2000)

Im Jahr 2000, das Leben wurde so langsam Digital, erwarb ich meine erste Digitalkamera. Die erste eigene Webseite trieb mich zum Werkzeug mit dem man mit simplen Mitteln Bilder für das Internet produzieren konnte.

Und wirklich, 850.000 Bildpunkte gaben in dieser Hinsicht auch kaum mehr her. Die Ergebnisse gaben mir nicht die Zuversicht, dass die digitale Fotografie in absehbarer Zeit meiner analogen Spiegelreflex auch nur annähernd Konkurrenz machen könnte.

Trotzdem, das Knipsen mit der kleinen Kamera machte Spaß obwohl sie nur eine Festbrennweite von 5,5mm bot. Motivprogramme, Fehlanzeige und nur zwei Fokusbereiche für Normal und Nähe wurden geboten. Der eigebaute Blitz erzeuge nur einen Funken, der die Umwelt bereits ab etwa zweimeterfünfzig wieder im tiefsten Dunkel versinken ließ. Vier AA Batterien oder Akkus versorgten die Kamera mit ausreichend Energie. Das ist auch dem optischen Sucher zu verdanken, der den Einsatz des Mini-Displays sehr reduzierte.

Die Dateigröße der aufgenommenen Bilder war noch überschaubar, trotzdem erforderte die Übertragung auf den Computer über die serielle Schnittstelle (USB hatte sie noch nicht) viel Geduld. Serielle Schnittstellen haben heutige Rechner nicht mehr und das Auslesen der Speicherkarten geht jetzt nur noch über einen externen Kartenleser. Ach ja, das Speichermedium. Auch das hat sich in der schnelllebigen Computer-Evolution nicht durchsetzen können. SmartMedia ist heute bereits wieder Geschichte.

Praktika DCZ 2.2 (2001)

Bereits ein Jahr später erfolgte die Anschaffung eines verbesserten Spielzeugs und obwohl die neue Praktika DCZ 2.2 doch einige Verbesserungen erbracht vermochte sie mich noch immer nicht von der Digitalfotografie zu überzeugen.

2.2 Mega Pixel stellten schon eine deutliche Verbesserung dar. Per dreifach optischem Zoom von 5,4 bis 16.2 mm ließ sich die Brennweite verändern und zum ersten Mal ließen sich auch bewegte Bilder aufzeichnen. Der optische Sucher bot sogar einen einstellbaren Dioptrien-Ausgleich und erinnerte mich im entfernten erstmalig an gute, alte, analoge Kompaktkameras. Bilder konnten in unterschiedlichen Qualitätsstufen auf dem Speichermedium abgelegt werden aber auch dieses hat im digitalen Fortschritt nicht mithalten können. 128 MB auf eine CF Karte (CompactFlash Card) bot Platz für rund 180 Bilder. Alles in allem war das Gebotene aber immer noch nicht zufrieden stellend.

Mit 1:2,6 – 8,6 brillierte die Optik nicht gerade mit Lichtstärke. Viel störender aber war der unersättliche Energiehunger dieser Kamera. Ein Batteriesatz war praktisch nicht ausreichend um die Speicherkarte zu füllen und ein Einsatz von Akkus war unmöglich, da sie mit 1,2 Volt in Summe der vier Akkus nicht die notwendige Betriebsspannung von 6 Volt erreichten.

Trotzdem sollte dieses Modell fast 4 Jahre mein Begleiter sein. 2003 führte mich mein Weg mit meiner Vespa ans Nordkap. Der Platz zum Mitführen der Ausrüstung war arg begrenzt und so musste meine Spiegelreflex zu Hause bleiben. Stattdessen wanderte die kleine Praktika in die Tasche und dokumentierte meine Fahrt. Das war zum ersten Mal, dass ich einer Digitalkamera eine so wichtige Aufgabe anvertraut habe und auch heute noch finde ich Spaß beim Betrachten der Bilder, die sich auch in einem Fotobuch dieser Fahrt wiederfinden.

     

Canon A610 PowerShot (2005)
Canon A620 PowerShot )
Canon A650 PowerShot )

2005 erfolgte dann der nächste Schritt. Mit etwa 230 Euro wurde die Canon PowerShot A610 meine bis dahin teuerste Digitalkamera. Zwar kaum größer wie der Vorgänger, aber technisch bereits ein kleiner Leckerbissen, der auch zum ersten Mal den Wunsch nach kreativerer Fotografie erfüllte.

5 Mega Pixel, dreh- und schwenkbares Klappdisplay, Blenden- und Verschlussautomatik, diverse Kreativprogramme, 4-fach optischer Zoom (7,3 – 29,2 mm) sowie zusätzlich 4-facher digitaler Zoom bei einer Lichtstärke von 2,8 - 4,1 und sowie auch die Möglichkeit der vollkommen manuelle Einstellbarkeit waren schon beeindruckend. Und auch diesmal hat meine Kamera einen optischen Sucher, der es auch bei großer Helligkeit jederzeit ermöglicht das Motiv immer sicher zu erfassen. Positiv ist auch das ausgesprochen ökonomische Haushalten mit der Energie. Sind die Akkus voll ist selten der Ersatz gefragt um die gestellten Aufgaben zu erfüllen.
Filter und Linsen konnten nach Entfernung der Bajonettabdeckung über einen Tubus vor dem Objektiv platziert werden. Über das „Canon Hack Development Kit“ konnte der Kamerafirmware neue Funktionalität aufgepfropft werden die selbst das RAW-Dateiformat sowie Belichtungsreihen für HDR-Bilder ermöglichten. Das alles fand jetzt seinen Platz auf einem aktuellen Speichermedium, der SD Karte.

Doch noch immer aber war ich jedoch analog unterwegs und versuchte mich auch mit eher mäßigem Erfolg Mal wieder in der Schwarz-Weiß-Fotografie.

Und trotzdem, über die Jahre wurde die A610 zu „Meiner Kleinen“ und sie ist auch heute noch immer im Einsatz. Immer dann, wenn ich eine gute, robuste und zuverlässige Kamera brauche, die man ganz einfach in die Jackentasche stecken kann und der man nicht schon aufgrund ihrer optischen Erscheinung eine größere Leistungsfähigkeit bescheinigt.

Aus dieser Serie wurden dann noch im Jahr 2013 gebraucht eine A620 und eine A650 erworben. Erste weil sie günstig war und ihre Auflösung gegenüber der A610 2 Mio. Bildpunkte höher war. Die letzte, weil ich sie unbedingt haben wollte.

Die A650 (Produziert 2007) war das Flaggschiff dieser Serie. Mit ihrem DIGIC III Prozessor, dem 6-fach Zoom, einem 2,5 Zoll Klapp-und-Schwenk-Display, Bildstabilisator und 12 Mio. Pixel ist sie auch Heute noch immer auf der Höhe der Zeit. Dies äußert sich auch in sehr hohen Gebrauchtpreisen. Eine gut erhaltene Kamera dieses Typs ist praktisch nicht unter 150 Euro zu bekommen. Mit diesem Modell verabschiedete Canon aber auch die A Serie als eine Modellreihe hochwertigerer Kameras für ambitionierte Amateure. Nachfolgende Modelle wurden nur noch als einfache Einsteigerkameras vertrieben

Mehr Infos über die A Serie von Canon findet man hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Canon_PowerShot_A-Reihe

 

Canon SX10 PowerShot (2009)

Es war wieder an der Zeit einen weiteren Schritt hinsichtlich der Technik in der digitalen Fotografie zu tun und das Jahr 2009 war das erste, das mir zeigte, dass für die analoge Fotografie wohl das Ende eingeläutet wurde und dass dieser wohl in Zukunft höchstens noch die Nische beschieden sein würde.

Immer wieder hielt ich Ausschau in den Auslagen der Elektronikmärkte und konnte in diesem Jahr die Powershot SX10 ausprobieren. Ich war begeistert. Der Sucher, noch vorhanden aber jetzt elektronisch, 2.5 Zoll dreh- und Klapp-Display, 10 Megapixel Auflösung, Bildstabilisator, viele Motivprogramme, großer ISO Bereich und voller, wenn auch sehr unkomfortabler manueller Zugriff, gepaart mit einem zu diesem Zeitpunkt monstermäßigem optischem 20-fach Zoom von 28 bis 560 mm mit zusätzlichem digitalen 4-fach Zoom und das ganze bei einer Lichtstärke von 2,8 bis 5,7 waren beindruckende Werte. Dazu kam noch die Videofunktion in HD Qualität. Aber wer filmt schon mit einem Fotoapparat? Mehr jedoch beeindruckte mich die zu erzielende Bildqualität.
Die SX10 war eine sogenannte Bridge Kamera, eine Kamera also, die eine Brücke zwischen der Kompaktkamera und der Spiegelreflex herstellt. Das spiegelte auch der Preis mit etwa 360 Euro wieder, der schon knapp an die damals günstigen Einsteiger DSLR Modellen heranreichte. Ich war jedenfalls so beindruckt, dass meine analoge Spiegelreflex anfing in den Hintergrund zu wandern.
Ein absolut wichtiges Merkmal war der Zubehörschuh auf der Kamera (Blitzanschluss). Über diesen wurden die Canon Speedlight Systemblitze unterstützt. Ein Merkmal, dass bei zukünftigen Modellen des Herstellers leider wieder aufgegeben wurde und was anscheinend der Grund dafür ist, dass auf dem Gebrauchtmarkt auch Heute die Preise noch auf einer richtig guten Höhe liegen. Trotzdem, auch diesmal musste noch das „Canon Hack Development Kit“ die RAW Funktion ermöglichen.

Die Kamera wurde im Doppelpack gekauft. Meine Lebensgefährtin und ich schlugen beide zu. Sie fotografiert noch heute mit ungetrübter Begeisterung damit. In mir weckte sie aber die Lust wieder uneingeschränkten Zugriff auf eine Kamera zu bekommen. Zusammen mit meiner gesamten analogen Ausrüstung habe ich sie verkauft um mir 2011 den Traum einer digitalen Spiegelreflexkamera zu erfüllen.