Das TEFIFON

Ein TEFIFON ist ein Musikabspielgerät. Seine "große Zeit" war in den 50er Jahren. Die Langspielplatte war zu dieser Zeit noch unbekannt, aber mit den Vinylbändern des Tefifons war bereits eine ununterbrochene Spielzeit von bis zu 4 Stunden möglich. Die Vorkriegs-"TEFIFONE " hatten sogar eine Spieldauer von bis zu 24 Stunden.
Das Tefifon - Schallband ist 2 cm breit und je nach Spieldauer zwischen 35 cm und ca. 30m lang (Bänder der 50-ziger Jahre). An den Enden ist es zusammengefügt, so daß eine endlose Schallbandschlaufe entsteht.
Die vielen Rillen, die man auf dem Schallband erkennen kann sind eigentlich, wie bei einer Schallplatte, eine einzige Tonspurrille. Sie läuft mehrfach um den Bandring, und wird beim Abspielen vom Tonabnehmer (Nadel), der Windung der Rille folgend, von oben nach unten abgetastet. Das Schallband ist auf einer Spule aufgewickelt. Beim Abspielen wird es gleichzeitig innen von der Spule abgewickelt und im Außenkreis wieder aufgewickelt. Die Bandkasetten waren einfach in der Handhabung und im Gegensatz zu den zur damaligen Zeit noch weit verbreiteten Schellackplatten unempfindlich und robust.
Die Musikbänder waren fast ausschließlich werksseitig geprägt, das heißt nur zur Musikwiedergabe bestimmt. In geringer Stückzahl soll es aber auch Spezialbänder gegeben haben, mit denen aufgenommen werden konnte.
Entwickelt wurde das TEFIFON-Schallband und die TEFIFON - Kassette von Dr. Karl Daniels. 1936 wurde es erstmalig auf der Rundfunkausstellung in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.
In Köln-Porz gründete er die Firma TEFI -APPARATEBAU - Dr.Karl Daniels K.G. Zwischen 1937 und 1955 wurden durch das Unternehmen auf dem Gebiet der Tefifon-Technik 75 Patente angemeldet.

Die TEFI-Werke konnten sich bis Anfang der 60er Jahre einige Marktanteile in West-Deutschland sichern. In den 25 Jahren Firmengeschichte wurde eine große Vielfalt an TEFI - Geräten gebaut, vom Koffergerät für die Picknickmusik bis zur Musiktruhe (Bimbobox). Kaufen konnte man TEFI - Geräte nur über Werksvertretungen (werksverpflichtete Geschäfte). Das Vertriebskonzept des Unternehmens sah einen Vertrieb der Produkte über den freien Handel nicht vor. Die Firma produzierte bis 1962, aber der Siegeszug der Langspielplatte war nicht mehr aufzuhalten. Plattenspieler und die Vinylscheibe verdrängten letztendlich das TEFIFON vom Markt. Die Firma verlor im Kampf um Marktanteile immer mehr an Boden. Vielleicht lag das auch im Vertriebskonzept und im Versuch des Aufbaus einer technischen Monopolstellung, die eigentlich nicht im Interesse der Musikindustrie gelegen haben kann. 1962 erfolgte der Verkauf der Firma an Neckermann, der nur noch einen Abverkauf der Bestände durchführte. 1965 wurde das Unternehmen liqudiert.

TEFIFON KC1 (1956)
mit eingelegter Schallbandkasette
Ein Blick auf die Mechanik
... und hier die Abtastung im Detail 

Mehr Informationen zum Thema TEFIFON findet man unter den beiden unten folgenden Links:

http://www.pianola.de