Alles fing 1971 an, ...

 

 

 

 

 

... da bekam ich zu Weihnachten meinen ersten Plattenspieler. Einen Philips 504. Der Verstärker war bereits eingebaut und ein Lautsprecher befand sich im Deckel. Wollte doch mein Vater anscheinend seinen Dual Plattenspieler an seiner Grundig Anlage geschont wissen.
Bevorzugt wurden damals noch die Schallplatten mit den Märchen und Abenteuergeschichten aufgelegt. Aber das sollte sich noch ändern.

 

Rechts ist meine erste selbst gekaufte Schallplatte mit Popmusik zu sehen. 19,90 DM waren 1974 angesichts von 2,- DM / Woche Taschengeld ein nahezu astronomischer Preis für mich.
Schnell war jedoch die damals aktuelle Musik aus der Mode und die Platte wurde mit großem Verlust wieder veräußert.
Zum zweiten Mal erwar ich diese Platte auf einem Flohmarkt und kann sagen: Heute sind das alles tolle Oldies.

Erinnerst auch du dich noch an deine erste, selbst gekaufte Schallplatte.? Ich bin mir da fast sicher.
 

 

Nun ja, ich gehöre nun mal zur letzten Generation, die mit Plattenspieler und Schallplatte groß geworden ist. Die Schallplatte ist und bleibt in meiner Erinnerung verbunden mit den familiären Weihnachtsfeiern (Peter Alexander auf dem Dual 1214 HiFi meiner Eltern), mit unzähligen Parties als Jugendlicher und auch mit den Ersten Erfahrungen im Umgang mit dem anderen Geschlecht.
Mit der Schallplatte oder besser gesagt mit der darauf enthaltenen Musik konnte man sich so schön zuordnen und auch abgrenzen. Eine neu erworbene Schallplatte wurde präsentiert. Sie zeichnete ihren Besitzer aus oder disqualifizierte ihn.
Dann gab es ja auch noch den Disk-Jockey, der kunstvoll die schwarzen Scheiben jonglierte und der beste Platz einer jeden Fete war hinter dem Plattenspieler oder zumindest unmittelbar davor.
Es war aber auch die Zeit in der das Taschengeld grundsätzlich knapp war. Wer erinnert sich nicht an die Stunden vor dem Radio und am Tonband oder Kassettenrecorder und an die wüsten Verfluchungen, wenn sich der Moderator mal wieder erdreistet hatte in den Ausklang des lange gesuchten Liedes zu quasseln.
Das Kopieren ist also kein Phänomen unserer Zeit. Der Unterschied mag vielleicht darin liegen, dass man früher eben erst wirklich zufrieden war, wenn man das favorisierte Lied dann auch in Rillen gepresst in den Händen halten konnte. Vielleicht war einfach die Identifikation mit dem Medium größer.
Ob Musik Damals besser war als Heute ist einzig eine Frage des Geschmacks. Nur macht es irgendwie den Anschein, dass die Begeisterung für einen neuen Titel heute nicht mal mehr die Zeit des Kopiervorgangs überdauert. Die Flut neuer Veröffentlichungen wird durch die Musikindustrie in immer kürzeren Zyklen über die Konsumenten ausgeschüttet ohne anscheinend zu bedenken, dass deren Kaufentscheidung einfach Zeit benötigt. Und so wird eben schnell kopiert statt gekauft, denn warum auch kaufen, wenn es Morgen schon wieder unmodern ist. Die weltweite Vernetzung macht es möglich. Sie verbindet Menschen ohne sie wirklich nahe zu bringen. Andererseits bietet das Internet den Künstlern heute die Möglichkeit ihre Musik ohne die Inanspruchnahme der Musikinsdustrie zu publizieren. Ein Segen, aber auch ein Fluch.

 


Die Schallplatte hingegen war immer in einem begrenzten Umfang ein verbindendes Medium. Der Besitzer einer aktuellen Scheibe war im Fokus der Mitglieder seiner Gruppe. Konnte er sich durchringen seinen Schatz zu verleihen wird er sich bestimmt noch an die mahnenden Worte zum schonenden Umgang, die er an den Empfänger adressiert hat, erinnern.
Ja, das war's. Geblieben sind die Erinnerungen, ein paar tausend Schallplatten und die dafür notwendigen Plattenspieler.

Fakt ist aber, dass immer mehr Künstler heute die Schallplatte wieder als Medium entdecken. Die Vinylabteilungen in den großen medialen Konsumermärkten wurden wiederbelebt, was davon zeugt, dass es wieder einen Käuferkreis auch für neue Aufnahmen gibt. Sicher wird die Langspielplatte nicht mehr der Umsatzträger Nummer Eins der Musikindustrie, aber ganz sterben wird sei eben auch nach mehr als 120 Jahren nach ihrer Patentierung nicht. Das Format, der noch heute gebräuchlichen Langspielplatte, wird übrigends 2018 den siebzigsten Geburtstag feiern.
Und so bleibt die Schallplatte der Tonträger für die Individualisten. Und meiner Ansicht nach wird sie die CD übedauern!

Deutsche Phonoprodukte von Weltruf!
Plattenspieler der Marke Dual
(Aufstieg und Niedergang eines Unternehmens im Wandel der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem enthalten die Seiten Galerien mit den Plattenspielern aus meiner Sammlung.) 

Ausgefallenes, Skurriles und Seltenes rund um das Thema Schallplatte
http://www.rarecords.de

Google Arts & Culture
Vom Ton zum Tonträger: Wie Platten hergestellt werden

Das besondere Vinyl
Mein persönliches Highlight
Besondere Schallplatten

Schallplatte n brauchen Pflege
Tips zum Thema Vinylkosmetik 

Das Forum für alle Fragen rund um die Technik und Reparatur von Plattenspielern der Marke Dual