Vinyl braucht Pflege (Teil II)
3 Schallplatten lagern

Schallplatten sollen entweder in geringer Stückzahl (max. 25) übereinander auf einer ebenen Fläche abgelegt oder aber möglichst senkrecht stehend aufbewahrt werden. Wer mehr als 50 Schallplatten sein Eigen nennt wird feststellen, dass die erste Methode doch sehr unpraktisch ist.
Ich verwende einen zweckentfremdeten und um 90 Grad gedrehten Raumteiler. Dieses Plattenregal bietet 15 Fächer mit den Maßen 30 x 30 cm. Je Fach finden etwa 80 Alben Platz und man kann noch blättern und Platten leicht entnehmen. Da die Aufbewahrungskapazität immer wieder an ihre Grenzen stößt und ich das Regal in dieser Ausführung aber nicht mehr käuflich erwerben konnte habe ich diverse Erweiterungen im Selbstbau vorgenommen.
In einem Artikel habe ich gelesen, dass das Material Vinyl zum Fließen neigt. Das bedeutet die Platten würden mit der Zeit unten dicker wie oben werden. Das klingt logisch. Darum sollten gelagerte Schallplatten in regelmäßigen Abständen umgedreht werden. Ich selbst habe damit keine praktischen Erfahrungen. Ich habe leider auch keine Informationen gefunden innerhalb welcher Zeitspanne der Vorgang merklich abläuft. Für Hintergrundinformationen bin ich immer Dankbar.

Schallplatten als Wandschmuck?

Warum denn nicht? Führungsschienen an die Wand schrauben und schon entsteht ein jederzeit variables "Pop-Art" Bild. Wer es nicht so groß mag oder nicht so viel Platz hat, der kann es ja auch kleiner machen. Auch mit 3 x 3 oder 4 x 4 Schallplatten ist die Sache ein Blickfang für jedes Zimmer. Die Profile sind einfach und kostengünstig selber zu bauen. Was man dazu benötigt gibt es in jedem Baumarkt. Eine kurze Bauanleitung findet man
hier.

 4 Schallplatten abspielen

Wahrscheinlich ist dies der Abschnitt mit dem größten Genusspotential. Doch auch hier gilt es einige Aspekte zu berücksichtigen. Die Abtastung einer Schallplatte ist ein rein mechanischer Vorgang. Dabei unterliegt die Schallplatte einem natürlichen Verschleiß durch die Nadel, wie auch die Nadel selber einem gewissen Verschleiß unterliegt. Die Einstellung des Plattenspielers (Auflagegewicht, Antiscating) tut ihr Übriges dazu.
Eine defekte Nadel trübt nicht nur den Hörgenuss sondern nutzt auch die Platte in einem unverhältnismäßig hohem Maß ab. Den Zustand einer Nadel kann ein geübtes Auge unter einem Mikroskop beurteilen. Früher haben das die Hifi-Händler als Service durchgeführt. Das ist Heute eher selten. Als Richtwert gilt, ein Diamant hält über eine Abspielzeit von 300 Stunden (ein Saphir nur ca. 50 Stunden!) und sollte danach getauscht werden. Wer täglich im Schnitt eine Schallplatte hört sollte sich einmal im Jahr eine neue Nadel gönnen.
Finger hinterlassen Fettspuren in den Rillen. Aus diesem Grund erfordert der Umgang mit Schallplatten eine etwas grazile Fingerfertigkeit. Ist doch aber genau die Zeremonie dieses Vorgangs der gewisse Reiz, der dem Vinyl zu Grunde liegt. Vor dem Aufsetzen der Nadel ist der Einsatz einer Carbonbürste zum Entfernen von Staubpartikel Pflicht.
Ob Schallplatten nass oder trocken abgespielt werden sollen, ist in meinen Augen fast schon eine Philosophie. Die Vorteile der Nassabtastung liegen auf der Hand. Besserer Klang durch geringere Störpegel, geringere Abnutzung durch verringerte Reibung. Dem stehen die Nachteile gegenüber, wie erhöhter Aufwand mit der Anwendung des Nasslaufbesens und ...... einmal nass abgespielt, immer nass abgespielt!
Im High-End Bereich mag an der Nassabtastung kein Weg vorbeiführen, ich mach es nicht.

Es scheint müßig zu sagen, dass die Platte nach dem Abspielen zurück in Hülle und Cover gehört und nicht tagelang bis zum nächsten Einsatz auf dem Plattenteller verweilen sollte.

Wer diese Kleinigkeiten beherzigt wird lange viel Spaß an seinen Schallplatten haben. Fernab von den Anschauungen selbsternannter High-End-HiFi Gurus, für die eine so minimale Behandlung schon fast ein Sakrileg erscheint, kann ich allen sagen, dass man damit doch schon einen ganz anständigen Hörgenuss erreichen kann.

 5 Schallplatten archivieren

Irgendwann kommt der Zeitpunkt oder die Stückzahl, wo man gewahr wird etwas den Überblick über seine Sammlung zu verlieren. Spätestens dann, wenn diverse Doppeltkäufe auftreten, sollte man sich um das Thema Archivierung eindringliche Gedanken machen.

Archivierung und Sortierung sollten Hand in Hand gehen. Ob die Sammlung nun nach Genre oder alphabetisch nach Interpret sortiert wird ist letztendlich persönliche Geschmacksache. Jeder muss ja seine Platten selber wieder finden.

Zweckmäßig ist es die Sortierung durch ein Datenbankprogramm zu unterstützen. Das hat dann auch noch den Vorteil, dass man sich eine Liste ausdrucken kann. Ich mache das so. Eine Liste blättert man einfacher durch wie das gesamte Plattenregal. Dadurch kann ich auch gezielter die Musik finden, die meiner momentanen Stimmungslage entspricht.
Am Markt gibt es eine Vielzahl von Musikarchivierungssoftware zu kaufen oder aber auch als Freeware für „lau". Was man da nimmt entscheidet er eigene Geschmack und Geldbeutel. Man sollte jedoch aufpassen, dass das Programm gängige Datenbanksysteme unterstützt (Dbase, Access etc.). Ich selbst musste die Erfahrung machen, dass es Programme gibt, die ein eigenes Datenbankformat benutzen und nicht einmal die Möglichkeit eines Exports in das CSV-Format unterstützen. Schmerzhaft war es, dass ich, nachdem ich das Programm aufgrund einer Umstellung des Betriebssystems nicht mehr verwenden konnte, rund 800 Schallplatten neu eintippen musste.

Lange Jahre habe ich das Freeware Tool „Datatron" verwendet. Den Download gibt es hier: <http://www.cyberlab-gmbh.de/Organisation/Datatron.html> , aber das Programm läuft nur noch unter WIN7 32 Bit!

Zwischenzeitlich bin ich wieder ganz konservativ auf EXCEL umgestiegen und fahre damit sehr gut. Zumal weil das auch kompatibel zu meinem Smartphone ist.